Meine Diplompräsentation wird am Donnerstag den 28.01., 17 Uhr im Neuwerk statt finden. Alle Neugierigen sind natürlich herzlich eingeladen. Die genaue Adresse lautet: am Neuwerk 7, in Halle. Der Hörsaal befindet sich im Erdgeschoss des goldenen Anbaus. Der Ablauf besteht aus meiner Verteidigung, der Filmpremiere von „Zurück auf Schwarz” und den darauf folgenden Gutachten. Anschließend können Fragen gestellt werden und ein Buffet wartet darauf vernascht zu werden.
Die Filmtitelsuche November 28, 2009
Diese Suche war ziemlich lang, sehr lang sogar. Den FIlm einfach „Norbert” zu nennen war mir zu einfach und vor allem auch nicht passend, da der Kern der Geschichte nicht allein auf ihm ruht. Es sollte wenn möglich auch nichts Englisches sein und den Auftritt des Todes nicht vorweg nehmen. Mir kam der Gedanke ihm den Titel eines angsthemmenden Medikamentes zu geben. Mike Pattons Plattenlabel trägt den Namen eines bekannten amerikanischen Brechmittels. „Ipecac” klingt leider aber auch etwas schmissiger als „Diazepam“ oder „Trevilor“.
Eine altdeutsche Bezeichnung für Krähenvogel ist „Röiven” und bezeichnet in vielen Märchen einen weisen Wanderer der verirrten Reisenden den richtigen Weg zeigt. Eine sehr schöne Allegorie für meinen Tod aber ohne dieses Wissen auch ziemlich unverständlich. Also ließ ich die Zeit verstreichen und dachte, mir läuft schon beizeiten etwas über den Weg – tat es aber nicht. So traf ich mit einer sehr guten Freundin ein Abkommen. Ich suchte nach einem Namen für ihren baldigen Sohn und sie einen Titel für mein Filmbaby. Wie schnell sie mich zurückrief und sogleich etwas passendes fand, frustrierte mich schon etwas: „Zurück auf Schwarz” oder für eine mögliche englische Fassung „Back to Black”. Perfekt.
der Drehplan November 13, 2009
Der Drehplan ist eigentlich unerlässlig und steht bei jeder Filmproduktion ganz am Anfang. Nach ihm richten sich alle Mitarbeiter, Sektionen und Geldgeber. Da ich Mitarbeiter, Sektion und Geldgeber (Wunschtraum) in einem bin, glaubte ich bis zuletzt, alles ganz gut im Überblick zu haben. Was natürlich quatsch ist. Bei mir sah es nun nämlich so aus, das der Drehplan erst am Ende in Kraft getreten ist. Jetzt, da der Abgabetermin Schmerzen verursacht, wollte ich nun doch mal ganz genau wissen wieviel Arbeit und Zeit einem bleibt. Logisch dass solche Dinge nie Spass machen, denn das unerfreuliche Ergebnis sitzt schon fett grinsend an Deiner Seite während man sich seine Gnadenfrist noch zu errechnen glaubt.
Noch mehr Reparaturen und Retusche November 13, 2009
Das Material ist einfach undankbar. Statt über seine Dauernutzung erfreut zu sein, zerbröseln mir das Set und die Puppen unter den Händen weg. Es wird wirklich Zeit mit dem Film fertig zu werden. Reparaturen werden immer häufiger und verhalten sich leider ziemlich unproportional zu der Zeit die mir noch bleibt. Der Berg an zu retuschierenden Szenen macht dem deutschen Butterberg Konkurrenz und interessiert sich ebenfalls herzlich wenig um meinen bedrohlich näher rückenden Abgabetermin.
Die Nachteile darin einen Film im Alleingang durchzuziehen zeichnen sich immer deutlicher ab. Finanzierung, Organisation, Beleuchtung, Kamera, Ton, Setbau, Puppenbau, Postproduktion etc., etc. verlangen nach einem Allround Talent. Dass heißt natürlich nicht dass man automatisch eines ist. Meine Talente z.B. zeigen sich ziemlich verhalten wenn es um die Beherrschung bestimmter Programme geht. Photoshop ist lächerlich, Final Cut machts einem auch nicht schwer aber After Effecst … ( an dieser Stelle würde ich gerne schriftlich Schreien). In diesem Stadium sich noch zusätzlich mit einem solchen Mörderprogramm auseinandersetzen zu müssen bringt meine Botenstoffe zum Glühen (allein mit dem Handbuch kann man einen Riesen erschlagen). Ich bin auf Hilfe angewiesen …
Reparaturen Oktober 15, 2009
Wie schon eingangs erwähnt, entschied ich mich beim Puppenbau für die kostengünstigere Schrägstrich nervenaufreibendere Art des Puppenskelettes. Dadurch kommt es in regelmäßigen Abständen immer wieder vor, dass z.B. ein Finger oder andere unwichtige Körperteile wie der Kopf abbrechen und repariert werden müssen. Wenn der Draht an der Hand bricht, dann muss der jeweilige Finger oder die ganze Hand ersetzt werden. Toll. In richtigen Produktionen wird mit mehr als einer Puppe gearbeitet, so dass der Animator weiterarbeiten kann während der Puppenzwilling repariert wird.
Bei den Mundphasen für Norbert blättert die Farbe schon mal gerne ab oder wird vom vom häufigen Anfassen schmutzig, so dass die Mundphasen in regelmäßigen Abständen neu angemalt werden müssen.
Mein Pseudo-Tipp für den Puppenbau: kein Drahtskelet nehmen sondern lieber gleich mit einem Profi-Stahlskelet mit richtigen Gelenken arbeiten, die sind auch wesentlich beweglicher und feiner zu animieren. Reparaturen sind hier auch notwendig aber bei weitem nicht so schnell. Sie kosten leider nur erheblich mehr. (Dann lieber gleich mit Handpuppen arbeiten, Kasper, das Krokodil und die Großmutter sind im Fachhandel erhältlich…)





